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Teil 3: Spezial- Sicherheits- Training für Objekte und Personen (STOP)

Serie: Hundeschulen

Einführung und Testbericht 1
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Testbericht 4
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Testbericht 6
Testbericht 7
Testbericht 8
Hundeschulen: die Qual der Wahl

Serie: Lerntheorien der Psychologie

Teil 1: Grundlagen
Teil 2: Konditionierung; Reflexe, Reize, Reaktionen
Teil 3: zentralnervöse Vorgänge bei der Konditionierung
Teil 4: Operante Konditionierung
Teil 5: Die vier Arten der Verstärkung und Bestrafung der operanten Konditionierung
Teil 6: Diskriminative Stimuli
Teil 7: Prägung

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Schleppleinen Training
Blinde Hunde selber grundausbilden
Hund taub - was nun?
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Zughund (Lastenziehhund)


Lasten ziehen - eine fast vergessene Beschäftigungsmöglichkeit für Hunde.

Die Zughundearbeit hat eine lange Tradition. Archäologische Funde im nördlichen Polarkreis weisen auf eine der ersten Tätigkeiten mit domestizierten Hunden hin: neben der Jagdhilfe eben als Zugtier vor dem Schlitten; schriftlich erwähnt wird sie schon ca. 250 vor Christus.

In den letzten Jahren hat diese erste Beschäftigungsart auch bei uns in Deutschland wieder Freunde gewonnen.

In unseren Nachbarländern, Niederlande, Belgien, Österreich und besonders in der Schweiz wird die Zughundearbeit (in Vereinen) schon länger wieder aktiv betrieben. In der Schweiz werden in jedem Jahr einige Zughundeprüfungen ausgerichtet, denen das Zughunde-Reglement der Emmentaler Bernhardinerfreunde zugrunde liegt, welches in der Hauptsache Gelände- und Geschicklichkeitsfahren dem Hund und Hundeführer abverlangt.

Um einen ausgeglichenen, sozialverträglichen Hund zu bekommen und zu haben muss er geistig und körperlich gefordert werden. Und als unser Haustier sorgen wir für unsern Hund und bestimmen all seine Aktivitäten.

Eine dieser Möglichkeiten, unseren Hund zu fordern, ist das Wagenziehen. Der Hund muss aber vor dem Training die Grundausbildung beherrschen gelernt haben - zur eigenen Sicherheit und zur Sicherheit anderer. Die Zeichen müssen auf Zuruf ausgeführt werden.

Durch das Ziehen von Lasten baut er Muskulatur auf - wie der Mensch in einem Sportstudio. Die ganze Arbeit sollte natürlich im Einklang mit der körperlichen Gesundheit des Hundes stehen: Körperbau, Gliedmasse, der Hund sollte geröntgt sein, um Gelenk- und Hüftkrankheiten nicht noch zu fördern. Auch die tierschutzrechtlichen Bestimmungen darf man nicht ausser acht lassen.

Tierschutzgesetz in Deutschland unter § 3 (besondere Vorschriften): "Es ist verboten, 1. Einem Tier ausser in Notfällen Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines Zustandes offensichtlich nicht gewachsen ist, oder die offensichtlich seine Kräfte übersteigen." Rechtskommentar von Dr. Albert Lorz dazu: "Ein Vorspann vor Karren, leichter Handwagen u. ä. ist unbedenklich, wenn grosse, ausgewachsene und kräftige Hunde benutzt werden."

Die Schweizer verlangen zusätzlich noch geeignete Brustgeschirre und - im Kanton Aargau - eine vermeintliche Selbstverständlichkeit: "Wird das Hundefuhrwerk bei heissem Wetter abgestellt, so hat dies an schattigen Stellen zu geschehen."

Einschränkungen in Deutschland in Rasse, Grösse und Gewicht des Hundes gibt es nicht.

Wenn Hund und Hundeführer eingespielt und trainiert sind, kann man mit dem Gespann Einkäufe erledigen und Wanderungen (mit mehreren Zughundefreunden) unternehmen.

Diese Unternehmungen sollten natürlich nicht in der warmen Jahreszeit gemacht werden, wenn das Thermometer die 20-Grad-Marke erreicht, soll von diesen Aktivitäten Abstand genommen werden, da der Hund sonst gesundheitliche Schäden davontragen kann.

Einen wichtigen Punkt sollte und darf man auf keinem Fall vergessen: es gibt Hunde, die selbst nach längerer Zeit keinen Spass am Wagenziehen finden. Natürlich braucht es einige Zeit, bis der Hund sich an diese für ihn erst ungewöhnliche Arbeit gewöhnt hat. Diesen Hunden soll man diese Arbeit nicht aufzwingen. Der Spass sollte für die Zeit, die wir mit unseren Begleitern verbringen dürfen, immer im Vordergrund stehen.

Voraussetzungen

Zu den bereits genannten Bedingungen gehört noch dies: Unter 18 Monaten sollte kein Hund ziehen dürfen/müssen. Dazu sollten vorher eben die Hüften und Ellenbogen und die Gelenke auf Eignung von einem Tierarzt untersucht sein. Wenn man korrekt mit den Hunden arbeitet, kann das Wagenziehen bei Hüftdysplasie sogar eine Therapie sein, um Muskulatur aufzubauen.

Wie geht man das Training an?
Der Hund ist an Geschirr und Geräusche des Wagenziehens zu gewöhnen - mit viel Geduld. Nicht zug-erfahrene Hunde können bei Treffen mit erfahrenen Hunden und Haltern bereits zusehen und sich an die Geräusche gewöhnen. Da sind dann auch Geschirre vorhanden, die man nur mal anlegen kann, ohne dass der Hund gleich ziehen soll.

Es gibt keine Schemata für jeden Hund, das Wagenziehen zu erlernen. Man muss sich auf jeden Hund einstellen. Das beste Beispiel sind unsere eigenen Hündinnen: die ältere ist ein Naturtalent, mit den jüngeren müssen wir das Wagenziehen erarbeiten.

Voraussetzung für die Zugarbeit ist natürlich ein Mindestmass an Grundgehorsam und Zeichensicherheit. Zwischen Hund und Halter muss ein Vertrauensverhältnis bestehen, damit der Hundeführer beruhigend auf seinen Hund in ungewohnten Situationen einwirken kann.

Nun beginnt man den Hund an das Geschirr zu gewöhnen - falls er nicht schon vorher ein Brustgeschirr getragen hat. Das kann man erst zu Hause in gewohnter Umgebung und in Ruhe machen. Danach werden die Wanderungen in der Zughundegruppe mit angelegtem Geschirr und - selbstverständlich immer an der Leine - mitgemacht.

Bei den Wanderungen sollte der Hund ab und zu in Ruhe (und nach Absprache mit dem anderen Halter) neben einem ziehenden Hund hergehen. So gewöhnt er sich an die vielen neuen Geräusche und das Geklapper, auch wenn es hinter ihm ertönt.

Wenn unser Hund diese Situation bei einigen Wanderungen als normal empfindet (sich daran gewöhnt hat), der Hund mindestens ein Jahr alt ist (damit der Knochen- und Muskelbau ein Mindestmass entwickelt haben kann, dazu sollte man auch den Tierarzt fragen), dann kann man leichtes Gewicht ziehen lassen, zum Beispiel einen Reifen von einer Schippkarre.

Man muss darauf achten, dass der Hund nicht am Halsband gezogen wird. Mit anregender Stimme soll der Hund motiviert werden, er darf ruhig merken, dass das leichte erste Ziehen auch dem Halter gefällt.

Der Hund muss immer seinen Spass an der Arbeit erhalten. Der Halter darf nie übertreiben. Bei getaner Leistung wird der Hund belohnt.

Nach einiger Zeit kann der Hund den Reifen ruhig bis zu einer Stunde (auf einem Feldweg) hinter sich herziehen.

Danach kann man ihn an den Wagen/Karren heranführen und ebenfalls wieder nur kurz, damit der Hund seinen Spass nicht verliert, aufbauen. Die Zugdauer am Wagen wird schonend ausgeweitet.

Weitere Informationen zum Wagenziehen finden Sie auf der Homepage www.zughunde.de. Dort entnahmen wir auch mit Genehmigung des Autors die Bilder.

© beimAutor; 6/ 2001