Wasserrettungs-/Wasserarbeitshund
Von Holger Neeb (www.landseer-im-web.de)
Bei der Realisierung dieses Wunsches, bei der Suche nach einer geeigneten
Trainingsgruppe, zeigt es sich, dass für die meisten die Begriffe Wasserarbeit
und Wasserrettungsarbeit Synonyme für ein und die selbe Sache sind. In
Wirklichkeit aber besteht zwischen beiden jedoch ein ganz wesentlicher
Unterschied.
Wasserarbeit sollte als artgerechte Möglichkeit angesehen werden, sich mit
seinem Hund gemäß dessen Veranlagungen zu beschäftigen. Somit kann Wasserarbeit
als eine Form des Hundesport angesehen werden.
Wasserrettungsarbeit hingegen meint eine Ausbildung, die das Ziel hat, den Hund
in die Lage zu versetzen, seinen Hundeführer bei der Rettung einer in Gefahr
geratenen Person zu unterstützen. Dieser Unterschied hat Konsequenzen, die
jedoch in erster Linie den Hundeführer betreffen.
Bei der Wasserarbeit steht die Freude an der gemeinsamen Beschäftigung an erster
Stelle. Die Perfektion mit der die einzelnen Aufgaben - in der Regel handelt es
sich dabei um Apportierübungen, bis hin zum Bergen von abgetriebenen Booten oder
Surfbrettern, Streckenschwimmen oder auch das Abschleppen von Schwimmern -
ausgeführt werden, spielt dabei eigentlich keine Rolle und hängt somit lediglich
vom Ausbildungsstand des Hundes und/oder vom persönlichen Ehrgeiz des
Hundeführers ab.

Wasserarbeit soll beiden Freude machen
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Bei der Wasserrettung hingegen geht im Ernstfall darum, Leben zu retten. Dabei
ist für Dilettantismus, der im Einsatz sowohl die zu rettende Person, als auch
Hund und Hundeführer gefährdet, kein Platz.
Nicht nur, dass der Hund erstklassig ausgebildet sein und über eine
entsprechende Kondition verfügen muss - um Strecken zu schwimmen, die auch ein
guter Schwimmer zurücklegt, muss auch ein Hund entsprechend trainieren. Auch der
Hundeführer muss, neben den oben bereits genannten Punkten, eine adäquate
Ausbildung als Rettungsschwimmer durchlaufen und seine Kenntnisse und
Fähigkeiten regelmässig auffrischen, bzw. trainieren.

Ein Leonberger beim Training für Wasser-Rettungsarbeit
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Von Ursula Gutscher (www.wasserarbeitshunde.de) und Nicole Haberer
(www.neufundlaender-dnk.de)
Auf die Wasserrettungshunde möchte ich nur kurz eingehen, da es in Deutschland
zur Zeit noch keine einheitlichen Richtlinien für eine Prüfungsordnung gibt. Es
gibt zwar FCI-Prüfungsordnungen (sportliche Prüfungen), die aber zu dem Titel
"Wasserrettungshund" nicht berechtigen - und von vornherein diesen Anspruch gar
nicht stellen.
 ...gut gemacht
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Die Wasserarbeit betreibenden Rassehundeklubs (innerhalb der FCI) unterscheiden
hier klar. Wasserarbeit zur Förderung und Erhaltung "rassespezifischer
Eigenschaften" in Form einer geeigneten Beschäftigung mit dem Hund im Kreise
Gleichgesinnter hat nicht im Geringsten zu tun mit dem professionellen Einsatz
zur Rettung menschlichen Lebens durch humanitäre Organisationen.
Rettungshunde gehören grundsätzlich in die Hände kompetenter
Rettungshundestaffeln und ihrer Dachverbände. Alleingänge einzelner Hundeführer
sind hier sicher fehl am Platze.
Jeder Hundehalter der die Ausbildung zu einem "Wasserrettungshund" machen
möchte sollte sich fragen: Habe ich die nötige Ausbildung als Rettungsschwimmer
und Sanitäter? Der Hundeführer muss in der Lage sein, die Erstversorgung des
Bewusstlosen zu gewährleisten. Was nutzt es, wenn der Hund den Bewusstlosen ans
Ufer bringt und der Hundeführer nicht Erste Hilfe leisten kann?
Bin ich bereit, mehrmals die Woche (auch Wochenende) mit meinem Hund um den
See/Binnen-See oder am Fluss zu patrouillieren? Ein Wasserrettungshund muss, um
einen Verunglückten zu retten, am Wasser sein und kann nicht, wie jeder andere
Rettungshund, erst benachrichtigt werden.
Ist mein Arbeitgeber bereit, mich mehrmals die Woche für die Rettungsarbeit
freizustellen? Bin ich bereit für die Kosten der Wasserrettungsaus- und -
weiterbildung aufzukommen? Bin ich genügend abgesichert, um bei
Schadenersatzansprüchen durch einen verunglückten Rettungsversuch meines Hundes
aufzukommen?
Bin ich bereit, die große Verantwortung für Menschenleben zu übernehmen?
Die Rettung von Menschenleben bedeutet für Hund und Hundeführer immer eine
Gefahr, bin ich bereit dieses Risiko einzugehen? Bei der Wasserrettung kann der
Hund in einem Strudel oder durch Überforderung ertrinken.
Um sich über die Arbeit von Wasserrettungshunde-Teams seriös zu informieren,
sollte man sich an praktizierende Gruppen wie die Gruppe "Lavoro Acqua" (Pisa)
wenden. Diese Gruppen arbeiten aktiv in der Wasserrettung mit Ihren Hunden.
Alle nicht in einer Rettungshundestaffel organisierten Gruppen arbeiten nach den
gleichen Anleitungen wie Wasserrettungshunde, nur hier als Wasserarbeitshunde.
Einige Wasserarbeitsgruppen arbeiten nur mit bestimmten Rassen und bieten
Prüfungen in der Wasserarbeit an, andere legen keinen Wert darauf, sondern
möchten mit ihrem Hund, egal welche Rasse oder welchen Alter, nur den Spass und
die gemeinsame Beschäftigung.
Alle Wasserarbeitsgruppen sollten aber das Ziel haben, Wasserarbeit als gute
Beschäftigungsmöglichkeit für alle wasserbegeisterten Hunde anzubieten.
Wasserspiele sind für jeden Hund vom Dackel bis zur Dogge geeignet.
Selbstverständlich werden Dackel nicht zum Bergen eines vollbesetzten Bootes
eingesetzt, allerdings ist ein Dackel sehr wohl in der Lage, das
verlorengegangene Paddel zum führungslosen Boot zurückzubringen. Ebenfalls kann
er einen Rettungsring oder Schwimmhilfen zu einer verunglückten Person bringen
ohne diese abzuschleppen. Auch Apportierübungen kann ein Dackel
selbstverständlich ausführen.
Je größer der Hund, um so größere Aufgaben kann man ihm stellen. Auch Hunde, die
an Hüftdysplasie (HD) leiden, können - was für den Aufbau der Muskulatur sehr
gut ist - als Wasserarbeitshund beschäftigt werden. Die Arbeit wird langsam
aufgebaut, der Hund sollte nur kleinere Übungen machen und niemals überfordert
werden. Ein Hund sollte nicht mehr als eine Stunde pro Tag trainieren.
Wasserarbeit mit seinem Hund bedeutet Teamarbeit. Kein Hund wird eine Aufgabe
ohne Hundeführer(in) durchführen. Dies gilt besonders beim Bergen von im Wasser
verunglückten Personen. Keiner unserer Hunde darf verunglückte, zappelnde und
schreiende Personen selbständig aktiv mit dem Fang bergen.
Anders sieht es bei Bewusstlosen - auf dem Wasser schwimmenden - Personen aus.
Diese darf der Hund selbständig mit seinem Fang am Arm fassen und an Land
bringen. Sollte die Person allerdings aus ihrer Bewusstlosigkeit erwachen, hat
der Hund auf das Zeichen "Dreh ab" sofort loszulassen und abzudrehen. Dies soll
unsere Hunde schützen und den Verunglückten, der eventuell aus lauter Panik vor
dem Hund ertrinkt.
Wasserarbeit sollte aber nicht dazu führen, sich über die Leistungen seines
Hundes zu definieren und eine Überforderung des selben in Kauf zu nehmen.
Gute Wasserarbeitsgruppen erkennt man daran, dass die Trainerin oder der Trainer
sich ständig weiterbildet, der Austausch mit anderen Wasserarbeitsgruppen
selbstverständlich stattfindet und konstruktive Kritik und Vorschläge angenommen
werden.
Weitere Informationen: www.bag-rhv.de, www.search-and-rescue-dogs.de sowie
www.dlrg.de.
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