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Tabakspürhunde und andere Nasen

Von Stefanie Schrage

Der Zigarettenschmuggel blüht. Daher gibt es neuerdings gibt es eine weitere Art von Schnüffelspezialisten: Tabakspürhunde. Der erste Tabakspürhund Europas - ein Springerspaniel - hat bereits 600 000 abgepackte Zigarettenstangen erschnüffelt. Er arbeitet in Rotterdam, das mit seinem Hafen ein Hauptumschlagplatz für Tabakschmuggelware ist.

Um die angeborenen Fähigkeiten der Tiere zu trainieren und für den speziellen Zweck zu nutzen, lernen sie den spielerischen Umgang mit Sprengstoff und Zigaretten - statt dem üblichen Spielzeug für Hunde: Stöckchen, Quietschpuppen und Bälle. Alle Spielzeuge müssen auf die Hunde mit der Zeit eine derartige Faszination ausüben, dass sie es unbedingt haben wollen, um ihren Spieltrieb befriedigen zu können.

Während es aber bei Sprengmitteln um das Aufspüren schon kleinster Mengen geht, lässt ein Tabakspürhund die eine oder andere Stange Zigaretten, die Touristen am Zoll vorbeizuschmuggeln versuchen, kalt. Erst ist nur darauf trainiert, dass er erst ab mehreren Stangen Laut gibt, die in diversen Verstecken den Grenzbalken passieren sollen.

Nun werden auch in Deutschland Tabakspürhunde ausgebildet - und andere Spezialnasen.

Ausgebildet wurden die ersten elf dieser Hunde im Rahmen eines Pilotprojekts in den Zollhundeschulen im niedersächsischen Bleckede bei Lüneburg und in Neuendettelsau bei Nürnberg. Lehrgänge zur Ausbildung weiterer Tabakspürhunde stehen unmittelbar bevor.

Das Geheimnis der Erziehung eines Spürhundes zur erfolgreichen Sucharbeit liegt darin, ihn durch geschickten Einsatz des Spiel- und Beutetriebes dazu zu bringen, das Erkennen und Anzeigen des spezifischen Eigengeruchs von Tabakwaren mit dem für ihn angenehmen Erlebnis einer ausgiebigen Belohnung durch Spielen zu verknüpfen.

Das Ergebnis der Mühen beeindruckt selbst erfahrene Fachleute. Der ausgebildete Tabakspürhund ist in der Lage, Tabakerzeugnisse in den raffiniertesten Verstecken sicher und gezielt aufzuspüren. Erste grössere Erfolge belegen die Praxistauglichkeit dieser Hunde.

Seit einiger Zeit gibt es auf deutschen Grossflughäfen noch eine weitere exzellent ausgebildete Spürnase: der passiv anzeigende Rauschgiftspürhund signalisiert durch trainierte passive Verhaltensweisen, zum Beispiel durch ruhiges Hinsetzen, seinem Begleiter gefundenes Rauschgift.

Diese Hunde haben gelernt, die hohe Riechleistung ihrer Nase gezielt zur Suche nach Drogen, die am Körper oder im Handgepäck von Reisenden oder Rauschgiftkurieren versteckt sind, einzusetzen. Auch hier liegt das Geheimnis der Erziehung dieses Spürhundes in der Ausnutzung des Spiel- und Beutetriebes und der ausgiebigen Belohnung durch nachfolgendes Spielen. Die Anforderungen an das Eignungsprofil der Passivspürhunde sind sehr hoch. Unter 100 Hunden sind nur ein bis zwei für diesen Zweck geeignet.

Ab zweiten Halbjahr 2002 wird es noch ein weiteres Novum unter den Spürhunden geben, den Bargeldspürhund. Seine Aufgabe wird es sein, Frachtraumgepäck und auch Handgepäck nach großen Mengen Bargeld abzuspüren, das unter Missachtung des Geldwäschegesetzes in die Bundesrepublik verbracht wird.

Ein in England durchgeführtes Pilotprojekt hat schon jetzt gezeigt, dass die Erfolgsaussichten als äußerst hoch eingeschätzt werden können. Anders als bei Rauschgift- oder Sprengstoffspürhunden, aber ähnlich wie bei den Tabakspürhunden werden Bargeldspürhunde lernen, nur größere Geldmengen verschiedenster Währungen, wie Euro, US-Dollar oder türkische Lira anzuzeigen, nicht jedoch die Mengen, die üblicherweise von Reisenden bei sich getragen oder im Reisegepäck befördert werden.

 

© Text und Fotos mit freundlicher Genehmigung der Oberfinanzdirektion Hannover