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Teil 2: Was ist Mondioring?
Teil 3: Spezial- Sicherheits- Training für Objekte und Personen (STOP)

Serie: Hundeschulen

Einführung und Testbericht 1
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Testbericht 3
Testbericht 4
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Testbericht 6
Testbericht 7
Testbericht 8
Hundeschulen: die Qual der Wahl

Serie: Lerntheorien der Psychologie

Teil 1: Grundlagen
Teil 2: Konditionierung; Reflexe, Reize, Reaktionen
Teil 3: zentralnervöse Vorgänge bei der Konditionierung
Teil 4: Operante Konditionierung
Teil 5: Die vier Arten der Verstärkung und Bestrafung der operanten Konditionierung
Teil 6: Diskriminative Stimuli
Teil 7: Prägung

So klappt das mit dem Hund:

Schleppleinen Training
Blinde Hunde selber grundausbilden
Hund taub - was nun?
Wärmehaushalt beim Training




Lerntheorien der Psychologie
Von Dr. Werner Stangl, Professor am Institut für Pädagogik und Psychologie an der Universität Linz

6. Folge Diskriminative Stimuli

Auch beim operanten Lernen können Reize eine Rolle spielen, die dem Verhalten vorausgehen. Diese Reize können anzeigen, ob einem bestimmten Verhalten eine bestimmte Verstärkung folgen wird (positiver diskriminativer Reiz) oder nicht (negativer diskriminativer Reiz). Wenn ein bestimmtes Verhalten von diskriminativen Reizen beeinflusst wird, dann ist das Verhalten unter "Stimuluskontrolle".

Experimentell kann man das so erzeugen, daß man ein Versuchstier z.B. nur dann für das Drücken eines Hebels belohnt, wenn vorher ein Licht aufleuchtet. Äußerlich kann dann beobachtet werden, daß das Licht das Hebeldrücken offenbar auslöst. In Wirklichkeit führt das Licht jedoch dazu, daß in dieser Situation für das Hebeldrücken eine Belohnung erwartet wird. Die diskriminativen Reize rufen das Verhalten also nicht hervor. Sie haben lediglich einen Informationswert bezüglich zu erwartender Verstärkungen.

Es gibt im Alltag viele Beispiele für Verhalten, das unter Stimuluskontrolle ist (z.B. der Anblick einer Zigarettenschachtel scheint oft unmittelbar den Griff zur Zigarette auszulösen, tatsächlich führt der Anblick jedoch zu der Erwartung eines belohnenden Ereignisses wenn der Griff zur Zigarette bzw. das Rauchen der Zigarette erfolgt). Im Rahmen seiner Untersuchungen hat Skinner verschiedene "Verstärkungspläne " erarbeitet:

    1. Für die Erhaltung des gewünschten Verhaltens ist eine konsequente Reaktion auf das gezeigte Verhalten nötig (Lob, Strafe etc.)
    2. Wird die Konsequenz nur sporadisch (bzw. partiell) ignoriert, verstärkt sie u.U. das unerwünschte Verhalten.
    3. Wird das gezeigte Verhalten ignoriert, führt dies zur dessen Extinktion (Ko)
    4. Wenn der Operand sein Verhalten stabilisiert hat, kann man zu einer partiellen Verstärkung übergehen (dann ist die Gefahr der Löschung gering)

Weiterhin ist wie auch bei Pawlow eine Kontiguität zwischen dem gezeigten Verhalten und der Konsequenz notwendig. Das Kind muß z.B. erkennen können, daß die Strafe sich auf ein spezifisches unerwünschtes Verhalten bezieht. Wenn dem nicht so ist, wächst die Gefahr einer Generalisierung.

Das Konzept der Verstärkung und der Bestrafung

Typischer Verlauf einer Konditionierung:

Das Modell scheint eher in der Lage zu sein, die Reaktion von Verhalten und Ereignissen der Umwelt zu beschreiben, als die klassische Konditionierung, denn mit Hilfe des operanten Konditionierens ist es möglich, nicht nur die Häufigkeit bereits verfügbarer Verhaltensweisen zu beeinflussen, sondern auch Verhalten zu erzeugen, daß für den Organismus bzw. das Individuum vollkommen neu ist. Dabei geht man prinzipiell so vor, daß stufenweise jene Verhaltensformen verstärkt werden, die eine Annäherung an das gewünschte Endziel (der Konditionierung) darstellen. Verstärkt werden im Verlauf der Konditionierung also die Verhaltenselemente, die dem gewünschten Endverhalten jeweils etwas näher kommen. Man bezeichnet diesen Prozeß als Shaping.

Häufig genügt es jedoch nicht, ein bestimmtes Verhalten neu zu lernen, sondern es ist notwendig ganze Ketten einzelner Verhaltensweisen zu bilden. So besteht z.B. jede Sportart aus einer Kette einzelner Verhaltensweisen. Das Gleiche gilt für andere komplexe Handlungen (z.B. das Verfassen eines Referates).

Wenn man solche komplexen Verhaltensketten erzeugen möchte, so wendet man das Prinzip des Chaining an. Dabei geht man (im Tierexperiment) so vor, daß zuerst das letzte Verhalten in der Kette primär verstärkt wird. Dieses Verhalten wird somit zum sekundären Verstärker für die davorliegende Reaktion. So wird der Verhaltenskette jeweils eine Verhaltensweise nach der anderen zugefügt. Jedes Glied der Kette wird zum diskriminativen Reiz für die nächste Reaktion und zum Verstärker für die vorhergehende Reaktion.

Die Dressur von Tieren beruht normalerweise auf der Kombination von Shaping und Chaining. Beide Verfahren sind jedoch auch beim Menschen anwendbar.

 

Nächste und letzte Folge: Prägung

 

©  bei den Autoren 2002 -2003