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Über 50 Artikel in der Rubrik "Ausbildung":


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Serie: Schutzhund, Mondioring & Co.

Teil 1: Einführung
Teil 1a: Wehrtrieb
Teil 2: Was ist Mondioring?
Teil 3: Spezial- Sicherheits- Training für Objekte und Personen (STOP)

Serie: Hundeschulen

Einführung und Testbericht 1
Testbericht 2
Testbericht 3
Testbericht 4
Testbericht 5
Testbericht 6
Testbericht 7
Testbericht 8
Hundeschulen: die Qual der Wahl

Serie: Lerntheorien der Psychologie

Teil 1: Grundlagen
Teil 2: Konditionierung; Reflexe, Reize, Reaktionen
Teil 3: zentralnervöse Vorgänge bei der Konditionierung
Teil 4: Operante Konditionierung
Teil 5: Die vier Arten der Verstärkung und Bestrafung der operanten Konditionierung
Teil 6: Diskriminative Stimuli
Teil 7: Prägung

So klappt das mit dem Hund:

Schleppleinen Training
Blinde Hunde selber grundausbilden
Hund taub - was nun?
Wärmehaushalt beim Training




Hundeschulen

Eine Serie mit Praxisberichten

Teil 1: Vorwort und ein Bericht von Jutta Steffens-Carter, England

Hundeschulen werden in Deutschland nicht kontrolliert. Es ist von Gesetzes wegen keinerlei Qualifikation nötig, um eine Hundeschule aufzumachen. Manche brauchen nur einen Gewerbeschein von der Gemeinde.

Manche machen es sich so einfach, um Tiere zu bearbeiten, dass sie einen Kurs besuchen, und dann selber eine Schule aufmachen. Manche tun dies nach zweijähriger Erfahrung mit Hunden. Manche fragen im Internet frech wie naiv bei anderen Hundeschulen nach: Ich will eine Hundeschule aufmachen: Wie macht ihr denn das so?

Die Qualität der Hundeschulen entspricht der Bandbreite der Qualität und des Fachwissens aller Menschen - "von bis". Doch staatliche Reglementierungen sind nicht immer förderlich, denn wer stellt die Regeln auf und aus welchen Interessen mit welcher Kompetenz und eigener Fachausbildung - und die sollte nicht nur auf Hunde beschränkt sein?

Man sollte meinen: Qualität besteht.

Wir fangen mal "unverfänglich" mit einer ausländischen Beobachtung an. Dieser erste Beitrag ist keine Vorlage, keine Zwangsjacke: Die folgenden sollten jedoch - wie dieser - aussagekräftig, zumindest versucht fair und verständlich sein für andere.

Bitte an die Leser: Schreiben Sie an die redaktion@hundezeitung.de Ihre Erfahrungen mit Hundeschulen.

Hundeschule 1

Von Jutta Steffens-Carter bei zwei Hundeschulen in Somerset/GB

Durchgeführt für folgende "Kategorien": Welpe, Junghund, Haushund (pet dog) gesehen, die anderen nicht

Ziel der Hundeschule: Erlangung des "Kennel Club Good Citizen Scheme in Bronze" (so was ähnliches wie die Begleithundeprüfung).

Anzahl der anwesenden Hunde: Dieses Mal 6, aber normalerweise 10 bis 14 plus eine andere Gruppe im gleichen Raum und eine Welpengruppe im angrenzenden Raum einer kleinen, früheren Kirche (Angaben vom Ausbilder). Ein Trainer pro Gruppe.

Gesamtatmosphäre: recht ruhig und freundlich.
Halsbänder/Leinen etc.: zum grössten Teil normale Halsbänder, ein Halti.
Dort empfohlene Halsbänder/Hilfsmittel: Keine - es kann benutzt werden, womit sich der Hundehalter wohlfühlt Durchgeführte Übungen: Bei Fuss, Sitz, Platz und Komm

Ausbildungsmethoden: Mit Leckerchen Hund zum Bei Fuss Gehen führen. Wenn das nichts nützt: Leinenruck. Wenn das nützt: Lob und Leckerchen. Sitz: Hintern runterdrücken mit leichtem "Schubs". Lob, aber meist mit Leckerchen ins Sitz locken (alle Hunde gingen schon seit längerem regelmässig zu den Gruppen).
Obwohl - in der folgenden Gruppe, wo ich eigentlich nicht mehr hätte beobachten sollen, da war der Leinenruck die einzige Methode, manchmal sehr heftig.
Das Lob war zeitlich auf die Übungsvollendung der gesamten Gruppe abgestimmt, NICHT auf den einzelnen Hund. Das heisst: wenn alle Hunde sassen, kam vom Ausbilder "Hunde loben" - in vielen Fällen also viel zu spät!

Ein Hund in dieser "Folgegruppe" hatte nicht nur ein Würgehalsband an, sondern das auch noch falsch herum (so dass es sich nicht von selbst lockerte). Der Ausbilder bemerkte dies nicht, obwohl er den Hund teilweise an der Leine hatte.
Insgesamt wurden vor allem aversive Methoden benutzt, obwohl es aussah, als ob positive Verstärkung versucht, aber nicht verstanden wurde.

Erklärungen zu den Übungen/Ausbildungsmethoden: Nicht wirklich schlecht, aber mindestens eine der von mir beobachteten Personen "lobte" in genau der gleichen Tonlage wie sie "schimpfte", was vom Ausbilder überhaupt nicht angesprochen wurde. Ausserdem wurde das "Timing" nicht gut genug erklärt und ganz offensichtlich von den meisten Anwesenden auch nicht verstanden.

Schienen die Hundehalter Spass am Training zu haben? Ja. Schienen die Hunde fröhlich/entspannt/eifrig? Vor allem abgelenkt durch all die anderen Hunde - aber es war auch (die erste Gruppe) eine Anfänger-Gruppe. Wie wurde mit "schwierigen" Hunden umgegangen? Keine anwesend (durch die diesmal nur sechs anwesenden Hunde auch nicht allzu wenig Platz).

Wie wird mit schwierigen/ langsamen und/oder neuen Hundehaltern umgegangen?
Hin und wieder kurzer "Einzelunterricht", während die anderen ausruhten oder etwas anderes machten. Wurde Einzelunterricht (getrennt von der Gruppe) angeboten, wenn es nötig schien? Nein, nur wie oben beschrieben.

Wird die Wichtigkeit des Übens zu Hause hervorgehoben? Naja - ohne Nachdruck.
Scheinen die Ausbilder Ahnung zu haben? Von Obedience-Wettbewerben ja, aber sonst? Sind die Ausbilder geduldig mit Hund und Mensch? Ja, wenn auch etwas "von oben herab". Erfahren? In Obedience-Wettbewerben. Enthusiastisch? Interessiert, aber nicht enthusiastisch.

Gegend/Gebäude für Hundeschule geeignet?
Nicht wirklich - rutschiger Boden und relativ kleine Halle (ehemalige, kleine Kirche, jetzt so was wie Dorfversammlungsaal)

Verhalten der Hundehalter zu ihren Hunden:
Lob sowie "Nein" fast immer viel zu spät, obwohl der Ausbilder manchmal versuchte, das zu ändern. Manche Halter gaben ihren Hunden Klapse (wenn der Ausbilder mit dem Rücken zu ihnen stand) Eine starrte zuerst ihrem grossen Hund voll in die Augen, um ihn "runterzustarren", kurz darauf durfte dieser Hund über sie rüberklettern. Es schien, als ob das "in die Augen starren" in der Klasse gelehrt wurde!

Wird das Ziel der Gruppe erreicht? Einer in der Gruppe hatte den bronzenen Kennel Club Good Citizen Scheme Award schon erhalten. Der Ausbilder ist derjenige, der den Award verleiht, aber ich konnte keine Art von Prüfung feststellen/sehen

Hundeschule 2:

Durchgeführt für folgende "Kategorien": Anfänger, Fortgeschrittene (beide gesehen, da sie aufeinander folgen)

Ziel der Hundeschule: Sich gut benehmende und glückliche Hunde, weil "ein ausgebildeter Hund ist ein glücklicher Hund" (A trained dog is a happy dog)
Anzahl der anwesenden Hunde: ca. 15 (Kommen und Gehen während der Zeit)
Ein Trainer pro Gruppe.
Gesamtatmosphäre: recht freundlich, aber die Leute waren etwas nervös, ob sie so alles richtig machten.

Halsbänder/Leinen etc.: normale Halsbänder, Haltis und Würgehalsbänder

Dort empfohlene Halsbänder/Hilfsmittel: Diese "Halb-Würger" (kenne den korrekten Namen nicht) werden empfohlen, Halti für ziehende Hunde, Würgehalsbänder für Hunde, die ziehen und "dominant" zu sein scheinen.

Durchgeführte Übungen: Bei Fuss, Sitz, Platz und Komm.

Ausbildungsmethoden: Mit Leckerchen ins Bei Fuss, Sitz und Platz locken. Wenn das nicht reicht - Bei Fuss: scharfer Leinenruck. Sitz: vorsichtiger Piekser mit dem Finger in die weiche Stelle zwischen Hüfte und Rippen. Platz: an der Leine ins Platz ziehen. Die Trainingsmethoden waren nicht sehr konsequent. Wie "Folgegruppe" bei Hundeschule 1. Allerdings: Lob war immer für die Übungen des einzelnen Hundes abgestimmt, nicht für die Gesamtgruppe.

Erklärungen zu den Übungen/Ausbildungsmethoden: Im Grossen und Ganzen in Ordnung, obwohl ich nicht immer mit den Ausbildungsmethoden einverstanden war. "Timing" wurde allerdings weitaus besser als in der anderen Schule vermittelt.

Schienen die Hundehalter Spass am Training zu haben? Ja. Schienen die Hunde fröhlich/entspannt/eifrig? Leicht abgelenkt durch die Menge der Hunde und Menschen auf kleinem Raum. Zwei Hunde haben sich mal kurz gefetzt und wurden getrennt.

Wie wurde mit "schwierigen" Hunden umgegangen?
Der Ausbilder übernimmt den Hund und demonstriert, was wie getan werden sollte. Im Falle eines Hundes, der "Aggression" auf einen anderen Hund zeigte, wurde dieser "aggressive" Hund in der Mitte der kleinen Halle abgelegt (Platz). Alle anderen Hunde und Hundehalter gingen dann um den Hund im Kreis herum. Wollte der "aggressive" Hund hin zu dem "gehassten" Hund (der ihn ständig anstarrte!), bekam er einen scharfen Leinenruck und wurde "runtergeschrien". Dies wurde eine Zeitlang durchgeführt - aber nichts änderte sich im Endeffekt. Das heisst: danach wollte der "aggressive" Hund noch zwei zusätzliche Hunde "kriegen".

Wie wird mit schwierigen/ langsamen und/oder neuen Hundehaltern umgegangen?
Kurzer Einzelunterricht - wenn es für die anderen auch hilfreich sein könnte, wurden die Erklärungen an alle gerichtet. Während der Pausen (alle halbe Stunde) konnten einzelne Halter auch ihre Fragen loswerden und individuellen Rat bekommen.

Wurde Einzelunterricht (getrennt von der Gruppe) angeboten, wenn es nötig schien?
Einem Hundehalter mit "Komm"-Problemen wurde angeboten, mal gemeinsam auf einen Spaziergang zu gehen (was auch angenommen wurde).

Wird die Wichtigkeit des Übens zu Hause hervorgehoben? Ja! Der Ausbilder fragt Teilnehmer, was sie in der vergangen Woche zuhause geübt haben und gibt genaue Erklärungen. Zum Beispiel: fang in einem ruhigen Raum zuhause an mit Sitz, wenn es da klappt, mach es im gesamten Haus, dann im Garten…)

Scheinen die Ausbilder Ahnung zu haben? Auf altmodische Art und Weise irgendwie schon. Sind die Ausbilder geduldig mit Hund und Mensch? Ja, sehr. Erfahren? Auf altmodischere Art, ja. Enthusiastisch? Enthusiastisch, wenn's um Hunde geht - auf jeden Fall.

Gebäude/Gegend für Hundeschule geeignet? Nicht wirklich, zu rutschig und zu klein (auch so was wie kleiner Dorfversammlungssaal).

Verhalten der Hundehalter zu ihren Hunden:
Manche Halter schienen zu glauben, dass ihre Hunde "falsche" Sachen machten, um ihnen zu trotzen. Die meisten Probleme wurden mit den Worten "Er weiss, was er tun soll, aber.." beschrieben, obwohl der Ausbilder hart versuchte, diese dämliche Art zu denken zu ändern.

Wird das Ziel der Gruppe erreicht?
Schwer zu sagen, da es eine Anfänger-Gruppe war. Manche Hunde benahmen sich hervorragend, aber ich weiss nicht, ob sie einfach so waren oder dort so viel gelernt haben.

Mögliche Verbesserungen:
Konsequenz bei Trainingsmethoden! Irgendwie alles zu vermischt und verwirrend - für Halter wie Hunde! Bessere Ausbildung der HALTER in Bezug auf Timing! Es wäre toll, wenn wirklich auf das Ziel der Gruppe (gut ausgebildete Familienhunde) hingearbeitet würde, und nicht vor allem auf Obedience-Wettkämpfe.

Den Haltern nahelegen, dass die Ausbildung zuhause von jedem Familienmitglied in einheitlicher Weise fortgeführt werden muss - sonst hat der Hund ja gar keine Chance, irgendwas zu verstehen. Weniger oder besser gar keine "handgreiflichen" Methoden (Leinenrucke, Klapse, Starren), mehr positive Verstärkung und viel mehr Motivation der Hunde. Mehr "spassige" Übungen, um das Interesse des Hundes am Halter zu vertiefen, damit sie nicht alles andere in der Halle viel interessanter finden! Das Lernen neuerer beziehungsweise besserer Ausbildungsmethoden der Ausbilder wäre von grossem Vorteil!

Zu wenig Platz, zu viele Hunde!

Fazit: Ich würde zu keiner dieser Hundeschulen mit meinem Hund gehen!

 

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